Wahrzeichen des Dorfes
Die Kirche Mecklar
Der schiefergedeckte Kirchturm ist von Weitem sichtbar und prägt die Silhouette Mecklars seit fast 300 Jahren.
Schon zur Zeit des Chronisten Friedrich Lucae (um 1700) besaß Mecklar mit „St. Johannes" eine dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte Taufkirche mit Mutterrecht und zwei Filialgemeinden. Das Patronat lag ursprünglich beim Kloster bzw. Stift Hersfeld — bis heute erinnert das Hersfelder Doppelkreuz an der Kirche daran. Mit Hermannus de Mecklar ist bereits 1254 ein Pfarrer namentlich belegt, noch vor der Reformation.
Zerstörung & Neubau
Zweimal eingeäschert, 1732 neu erbaut
Zweimal ging die alte Kirche in Flammen auf — 1469 und 1637, im letzten Fall vermutlich durch kroatische Truppen im Dreißigjährigen Krieg, die im Nachbardorf Meckbach ihr Feldlager aufgeschlagen hatten. Danach blieb das Pfarramt zwölf Jahre unbesetzt, die notdürftig instandgesetzte Kirche blieb eine Ruine.
Erst 1730 ordnete Landgraf Friedrich I. von Hessen-Kassel eine Begutachtung an: Zwei Baumeister rieten übereinstimmend zum vollständigen Abriss und Neubau. Die Gemeinde selbst holte mit Hand- und Spanndiensten die Werksteine aus Friedewald und das Bauholz aus dem weit entfernten Seulingswald. Weil das Geld dennoch knapp blieb, wurden am 14. Dezember 1739 die Kirchenstände unter den Familien verlost, um die letzten Kosten zu decken — die genaue Sitzordnung von Pfarrer, Kirchensenioren, Schulzen und Ortsfremden ist bis heute überliefert.
Bis 1741 zog sich der Innenausbau hin; zwischenzeitlich regnete und schneite es sogar durchs undichte Dach in den Chorraum. Die neue Kirche mit ihrem markanten Turm erhielt über dem Portal die programmatische Inschrift: „Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben, danket ihm, lobet seinen Namen!"
Die Glocken
Fast 500 Jahre alte Stimmen
Die älteste erhaltene Glocke Mecklars stammt aus dem Jahr 1465, eine zweite ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert — beide haben Kriege und Krisen überdauert. Ursprünglich besaß die Kirche drei Glocken; die größte wurde 1640, in wirtschaftlich bitterer Zeit, an die Stadt Allendorf an der Werra verkauft. Eine später ergänzte dritte Glocke musste die Gemeinde 1917 dem Ersten Weltkrieg opfern. Zur 200-Jahrfeier der Kirche 1932 stiftete die Gemeinde als Ersatz die sogenannte Gebetsglocke — trotz der wirtschaftlichen Not der Weimarer Zeit ein bewusstes Zeichen der Verbundenheit mit dem Gotteshaus.
Bekannte Pfarrer
- Hermannus de Mecklar (1254) — ältester namentlich bekannter, vorreformatorischer Pfarrer
- Magister Johannes Meckbach (1572–1613)
- Magister Christian Meckbach (1620–1630, im Zuge der Gegenreformation abgesetzt)
- Karl Heinrich Koppen (1791–1822) — Vetter der Brüder Grimm
- Karl Christian Raßmann (1849–1861) — trat das Amt erst mit 68 Jahren an
Heute
Die Kirchengemeinde heute
Kirchspiel Mecklar/Meckbach
Mecklar bildet zusammen mit den Nachbargemeinden Meckbach und Rohrbach das evangelische Kirchspiel Mecklar/Meckbach/Rohrbach im Evangelischen Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg. Aktuelle Gottesdiensttermine und Ansprechpartner finden Sie beim Kirchenkreis.
Zum Kirchenkreis Hersfeld-RotenburgRund um die Kirche
Der Posaunenchor Mecklar begleitet seit Generationen Gottesdienste und Feste im Dorf. Auch die Evangelische Frauenhilfe (gegründet 1926) ist bis heute eng mit dem Gemeindeleben rund um die Kirche verbunden.
Zur Frauenhilfe & zum Posaunenchor